uisge beatha

So wird in Schottland der Whisky genannt: Wasser des Lebens. Wie lebenswichtig sauberes Trinkwasser tatsächlich ist, fällt meist erst auf, wenn es fehlt. Bisher wurde uns der lebensnotwendige Stoff mit der chemischen Summenformel H2O vom Wasserbeschaffungsverband Wingst gegen eine bedarfsgerechte Umlage zur Verfügung gestellt, aufgrund der kreidezeitlich beeinflussten Grundwasseraquifere etwas kalkhaltig, sonst in guter Qualität. Beide Zähler wurden bestimmungsgemäss eingebaut und verwendet und arbeiten hinsichtlich Messbeständigkeit und Messrichtigkeit ordnungsgemäss. Die Zählerstände der zwei getrennt abgerechneten Wasseruhren werden einmal jährlich abgelesen, dem Verband per Postkarte mitgeteilt und die Umlagen als Abschlagszahlungen entrichtet.
Am 20. Juli 2015 cirka 14.50 Uhr wurde das Wasser abgestellt.
Was äusserst verwunderlich ist, da Wasser als Grundnahrungsmittel sogar im Falle der Nichtzahlung grundgesetzlich geschützt ist und nicht abgestellt werden darf. Zudem ist die gesamte Infrastruktur des Gemeingutes Wasser mit Steuergeldern errichtet worden, was weiter staunen lässt, dass es eine Rubrik Umsatzerlöse gibt. Die gewinnorientierte marktwirtschaftliche Verteilung eines Grundnahrungsmittels widerspricht jedoch dem freiheitlich demokratischen deutschen Rechtsstaat, was selbst Rechtsanwälte und Richter bereits vergessen haben. Kurz und laienhaft erklärt bedeutet es, dass die Grundrechte der Menschen unmittelbar geltendes Recht darstellen und Gesetzgebung, Rechtsprechung und vollziehende Gewalt binden. Zugegebenermassen ist das für die vorgenannten Berufsgruppen problematisch, ähnlich wie bei einem Arzt, der seine Patienten heilt und danach vermutlich Insolvenz anmelden muss. Was beim Kochen mit zwei Flaschen Mineralwasser ausgeglichen und in der Körperpflege eine zeitlang mit Parfum ersetzt werden kann, gestaltet sich jedoch schwierig, wenn mehrere Grosstiere wie Pferde oder Rinder versorgt werden müssen. Bei fehlendem Auto, hochsommerlichen Temperaturen, durch Düngemitteln mit Nitrat und Uran stark belasteten Oberflächengewässern und der Versorgung von acht Pferden, also 40 bis 60 Liter pro Tag und Doppelnüster, gerät der Ernstfall zum Hochleistungssport, der zusätzlich die menschliche Würde erheblich beschädigt. Schliesslich wurden die Abschläge für beide Zähler in Höhe von 60,- Euro entrichtet und die Wasserversorgung ist grundrechtlich geschützt. Nun werden Familie und Freunde in Mitleidenschaft gezogen ohne eine vernünftige Begründung?
Achja, der Wasserzähler im Haus sollte ausgetauscht werden. Nun wird bei uns in Sachen Nachhaltigkeit geforscht und beide Uhren erst einmal auf Funktionsfähigkeit und Eichung geprüft. Sie sind intakt und besitzen genug Stellen für weitere Jahre der Messung. Im Rahmen einer reellen Kosten-Nutzen-Analyse sind zudem nicht nur Zähler, Verwaltung und Einbau zu berücksichtigen, sondern auch die übliche fehlerhafte Bilanzierung des Kaufpreises. Metalle und Erdölplastikteile erzeugen über Exploration, Förderung und Aufbereitung extreme Umweltschäden in der ganzen Welt, welchen nirgendwo Rechnung getragen wird. Hinzu kommen Energieaufwand und Lohnkosten bei Fertigstellung der Einzelteile, deren Zusammenbau, sowie Transport und Verpackung, welche wieder weitere Ressourcen verbrauchen. Der tatsächliche Preis eines neuen Zählers würde vermutlich die Umsatzerlöse auffressen, aber den berechnet ja niemand. Deshalb fordert die globale Gesellschaft einen sinnvollen Einsatz von solchen wertvollen Gütern. Leider reicht die Inkenntnissetzung über diese Fakten nicht aus, den Verband zum Blick über den Tellerrand anzuregen. Nach wie vor wird der Wechsel des vollständig funktionsfähigen Zählers im Wohnhaus verlangt, nicht jedoch von der Wasseruhr im Stall.
Am 20. Juli 2015 cirka 14.50 Uhr wurde das Wasser abgestellt, bei beiden Zählern.
Somit haben wir es hier mit dem klassischen Erpressungsversuch nach Strafgesetzbuch Paragraph 253 zu tun. Wer einen Menschen rechtswidrig – Grundgesetz Art. 1, 2, 3 Abs. 1 und 14 – mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel – kein Trinkwasser in täglichem Mindestverbrauch von 300 Litern bei dem nichtinvolvierten Zähler trotz gezahlten Abschlages – zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt – Kauf verschiedener Ersatzwasserbeschaffungsmittel in Höhe von zurzeit 500,- Euro, erhöhter Arbeitsaufwand, möglicher Schaden an den Tieren, schwere seelische Belastung durch das in der Familie hervorgerufene zusätzliche Streitpotential und die ungerechte Behandlung – um sich oder einen Dritten zu Unrecht – weil alles ohne Rechtsgrundlage – zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Womit wir wieder beim Rechtsstaat angelangt wären. Somit ist der Genötigte in einer dreifachen Zwangslage. Erstens ist es zeitlich kaum möglich die benötigten Wassermengen in der entsprechenden Qualität zu besorgen, zweitens muss ein Rechtsbeistand gefunden werden, der eine schlauere Idee hat, als Anzeige zu erstatten weil drittens bei Verständnis des Artikels 1 die Anzeige gleichzeitig eine Selbstanzeige ist und zudem die Grundrechte den Menschen zustehen und nicht eingeklagt werden müssen, da beisst sich Schrödingers Katze in den Schwanz. Der einzige Grund Anzeige zu erstatten, liegt in der Tatsache begründet, dass sonst das Unrecht zugelassen wird und der Wasserbeschaffungsverband Wingst in Zukunft mit anderen Menschen mindestens genauso ungerecht verfahren wird – was ich nicht zulassen kann.
Im Moment darf nur der Sklave überleben, der sein Haupt beugt und die Wasserrechnung bezahlen kann, worüber letztlich der Wasserbeschaffungsverband Wingst entscheidet. Oder vielleicht demnächst der Landkreis, der Besitzer des Landes auf dem sich die 7 Quellen befinden, Schneewittchen, die sieben Zwerge, die jeweilige Gemeinde, eine amerikanische TTIP-Heuschrecke oder der Verfassungsschutz? Der Wasserbeschaffungsverband Wingst hat die Aufgabe, sauberes Trinkwasser zu fördern, zu verteilen und die entstehenden Kosten möglichst gleichberechtigt auf die Nutzer umzulegen, was der früher übliche Begriff der Umlage noch erkennen liess. Für die Verbrauchsbestimmung sind Zähler nötig, die im Sinne einer gerechten Verteilung messgenau funktionieren sollten. Mit der Kostenfrage wird eine Wirtschaftlichkeit suggeriert, die nicht existiert, da dass Wasser allen gleichermassen gehört und nicht verkauft werden kann. Mit der Erpressung wird der Endverbraucher gleichzeitig als potentieller Betrüger vorverurteilt. Der nicht notwendige Austausch eines funktionierenden Zählers nach Eichgesetz – eigentlich MessEV, der entsprechende Paragraph wird nicht aufgeführt – schädigt somit die globale Umwelt, den Wasserverband, den Landkreis Cuxhaven, alle Endverbraucher, den Nutzer und seine Familie, obwohl das Rechtsstaatsprinzip besagt, das die Würde des Menschen unantastbar ist und von aller vom Volke ausgehenden staatlichen Gewalt zu achten und zu schützen ist. Jeder ist gleichzeitig Volk und Mensch, schädigt also immer sich selber und die Allgemeinheit. Sorry für die ständigen Wiederholungen, aber steter Tropfen höhlt den Stein, dann sollte es beim Menschen auch gelingen. Am wenigsten den Ruf des Wasserbeschaffungsverbandes Wingst schädigende, kostengünstigste und gesellschaftlich vernünftigste Lösung ist natürlich das Wiederanstellen des Wassers. Amen.