Artgerechte Tierhaltung

Der Hauptgrund für Verstösse gegen das Tier“schutz“gesetz Paragraph 2, welcher eine artgerechte Haltung fordert, ist die wirtschaftliche Nutzung von Tieren. Geflügel in engster Käfig- oder Bodenhaltung, hochsoziale Weidetiere wie Kühe, Schafe, Ziegen und Pferde in ganz- oder halbjähriger isolierter Boxenhaltung, Tiere mit krankhaften Fehlzüchtungen für medizinische Zwecke, die „nur käfig- und forschungstauglich“ sind, „Vergewaltigung“ weiblicher Tiere durch Besamung, Zwangsbesteigung und Eiverpflanzung in Adoptivmütter – alles auf zu kleinem Raum, ohne Sonnenlicht und Wiese.

Werden Tiere einem Wirtschaftsbetrieb untergeordnet, erfolgt die Haltung aus Gründen der Kostenreduzierung immer entgegen der natürlichen Lebensweise der jeweiligen Art. Wenn die Haltungsbedingungen artgerechter angepasst werden, was durch konsequente Umsetzung des Tier“schutz“gesetzes „einfach“ zu realisieren ist, können die wegfallenden Kosten für Verwaltung (Kontrolle, Überwachung), Hygienemassnahmen (Tierärzte, Medikamente) und Behandlungen haltungsbedingter Krankheiten eine moralisch wertvollere Gewinnmaximierung darstellen.

Seit 14 Jahren sind die Rechte der Tiere in der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland aufgeführt (GG Art. 20a) und teilen dasselbe Schicksal, wie die Grundrechte der Bürger: Tierschutz existiert nur auf dem Papier. Das Tier”schutz”gesetz widerspricht in der weiteren Ausführung seinen einzigen tierschutzrelevanten Paragraphen 1 und 2 – mehr sind es nicht – deren strikte Anwendung nur gegen Privat- und Tierhalter mit wenigen Tieren erfolgt. Dafür wird dann allerdings zur Beseitigung der Missstände die gesamte Staatsgewalt eingesetzt, obwohl es den meisten Tieren immer noch wesentlich besser geht, als in der Massentierhaltung. Was nicht heissen soll, dass Tierquälerei im Kleinen toleriert werden soll. Das jedoch die Agrarindustriebetriebe mit Wissen und Genehmigung der zuständigen Behörden die Tierquälerei im grossen Stil betreiben dürfen – das ist ein “Messen mit zweierlei Mass” und juristisch nicht zu rechtfertigen, da es gegen Grundgesetz Artikel 19 Absatz 4 in Verbindung mit Artikel 3 Absatz 1 verstösst.